Daten zu Klient*innen

Aktuelles aus der Versorgung: Wer nimmt überhaupt Hilfe in Anspruch (Daten aus 2025)?

Datengrundlage. Im Jahr 2025 betreuten die Fachkräfte in Bremen und Bremerhaven insgesamt N=168 dokumentierte Beratungsfälle (2024: N=147 dokumentierte Beratungsfälle). Es handelte sich dabei um 136 Fälle mit eigener Problematik durch Glücksspiele, 10 Fälle mit einer Glücksspielproblematik von der Partnerin bzw. dem Partner, 15 Fälle mit einer Problematik eines Kindes, 1 Fall mit einer Problematik einer Freundin bzw. eines Freundes, 3 Fälle mit einer Problematik der Eltern sowie 3 Fälle mit einer Problematik von Geschwistern.

Demografie. Die Mehrheit der in 2025 beratenen Personen mit eigenen Glücksspielproblemen (n=136) war: männlich (91,7%), unter 35 Jahre alt (52,6%), hatte keinen Migrationshintergrund (66,9%), wies einen höheren Bildungsabschluss als den Hauptschulabschluss auf (74,8%), war nicht erwerbslos (75,9%), in fester Beziehung (61,0%) und nicht alleine lebend (78,7%).

Glücksspielverhalten. Knapp sieben von zehn Personen (66,4%) berichteten von nur einer problemverursachenden Glücksspielform. Zu den häufigsten Problemspielformen zählten Automatenspiele im Internet (31,3%), Geldspielgeräte in Spielhallen (27,3%), Sportwetten mit festen Quoten im Internet (19,5%), Sportwetten mit festen Quoten vor Ort (18,0%), Live-Sportwetten vor Ort (14,1%), Live-Sportwetten im Internet (11,7%) und Geldspielgeräte in Gaststätten (10,2%). Jeweils etwa ein Viertel der Personen mit Problemen durch Geldspielgeräte in Gaststätten und Festquoten-Sportwetten vor Ort gaben ein Erstkontaktalter von unter 18 Jahren an.

Beratungshistorie und -zugang. Ungefähr ein Drittel der beratenen Personen (33,1%) hatte bisher keine Hilfen in Anspruch genommen, etwa die Hälfte war durch das Internet (52,9%) auf das Beratungsangebot der FGB aufmerksam geworden und etwa ein Fünftel (19,1%) durch andere Personen oder Organisationen. Knapp acht von zehn Personen (76,2%) besuchten die Beratung auf Eigeninitiative, etwa jede zweite Person wegen der Familie oder Angehörigen (54,8%).

Verschuldung. Eine hohe Glücksspiel-Beteiligungsintensität (in Form von investierter Zeit und Geld) sowie ausgeprägte psychosoziale Belastungen in zahlreichen Lebensbereichen gingen einher mit Leidensdruck durch glücksspielbedingte Schulden (39,5% bis 10.000€; 18,4% bis 25.000€; 9,2% bis 50.000€ und 6,6% über 50.000€).

Beratungsprozess- und -ergebnis. Die mittlere Anzahl an Beratungskontakten lag bei 4,6 Sitzungen, die mittlere Beratungsdauer bei 3,6 Monaten. Für etwa vier von zehn Personen (43,2%) wurde die Problematik zu Beratungsende durch die beratende Fachkraft als „gebessert im Sinne von zunehmender Kontrolle über das Glücksspielen“ beschrieben. Zu den häufigsten Veränderungsentwicklungen zählten Wissenserwerb zum Krankheitsbild (94,4%), Selbstreflexion (72,2%) und das Erkennen der eigenen Glücksspielmotive (70,8%).

Ausmaß glücksspielbezogener Probleme

Zum Ausmaß glücksspielbezogener Probleme auf Bevölkerungsebene stammen die aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2025. Nach einer Umfrage des Instituts für interdisziplinäre Sucht-und Drogenforschung (ISD Hamburg) in Kooperation mit der Universität Bremen weisen bundesweit 2,2% aller Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren eine „Störung durch Glücksspielen“ (≈ Glücksspielsucht) auf. Weitere 5,5% zeigen erste Symptome im Sinne eines riskanten Glücksspielverhaltens. Das entspricht auf Bundesebene in absoluten Zahlen etwa 1,2 Millionen Betroffene mit einer glücksspielbezogenen Störung sowie weitere rund 3 Millionen Betroffene mit einem riskanten Glücksspielverhalten. Runter gebrochen auf das Bundesland Bremen ergeben sich folgende Größenordnungen, die als grobe Richtwerte zu verstehen sind: Über 10.000 Personen gelten hiernach als glücksspielsüchtig sowie etwas mehr als 25.000 Personen als riskant spielend. Das Dunkelfeld fließt in diese Berechnung nicht mit ein.