Daten zu Klient*innen

Aktuelles aus der Versorgung: Wer nimmt überhaupt Hilfe in Anspruch?

Das Kalenderjahr 2020 weist bestimmte Besonderheiten auf. Zum einen beziehen sich die unten stehenden ausgewählten Klient*innendaten nur auf den Standort Bremen-Stadt. Zum anderen hatte die COVID-19-Pandemie ebenfalls Auswirkungen auf das Beratungsangebot mit der zeitweisen Einschränkung von Face-to-Face-Beratungen oder veränderten Organisationsabläufen. Insgesamt wurden im Jahr 2020 114 Personen mit einer Glücksspielproblematik beraten, darunter 89 Neuklient*innen. Die Glücksspielenden wiesen dabei folgende Kernmerkmale auf:

  • Die Mehrheit der beratenen Personen war männlich (91,2%) und unter 34 Jahre alt (60,4%).
  • Zu den häufigsten Problemspielformen zählten Geldspielautomaten in Spielhallen (57,9%), Sportwetten im Internet (19,3%) und Sportwetten vor Ort (17,5%).
  • Etwa ein Drittel der ratsuchenden Personen (34,2%) hatte bisher keine Hilfen in Anspruch genommen und war durch das Internet (36,0%) oder andere Personen (33,3%) auf das Beratungsangebot aufmerksam geworden.
  • Eine ausgeprägte Beteiligungsintensität beim Glücksspiel (in Form von Zeit und Geld) sowie hohe psychosoziale Belastungen in zahlreichen Lebensbereichen gingen einher mit Leidensdruck durch glücksspielbedingte Schulden (41,7% bis 10.000€; 15,3% bis 25.000€; 12,5% bis 50.000€; 12,5% über 50.000€).
  • Die mittlere Anzahl an Beratungskontakten lag bei 5,3 Sitzungen.
  • Etwa jede dritte bis sechste Person beschrieb zum Beratungsende Verbesserungen in unterschiedlichen Lebensbereichen (Glücksspielproblematik = 29,7%; Schulden = 17,2%; psychosoziale Situation = 23,5).