Spielsperre

Mit der Spielsperre steht eine Maßnahme des Spielerschutzes zur Verfügung, die darauf abzielt, suchtgefährdete bzw. exzessiv spielende Personen für einen gewissen Zeitraum oder für die gesamte Lebensspanne vom Spielbetrieb auszuschließen.

(A) Spielsperre in Spielbanken und Lottoannahmestellen

In Deutschland wird gesperrten Spielern der Zutritt zu allen Spielbanken und Spielbank-Dependancen verwehrt. Zudem ist durch den Abschluss einer Sperrvereinbarung eine Teilnahme an bestimmten Spielangeboten des Deutschen Lotto- und Totoblocks – Sportwetten wie Oddset und Toto, Lotterien mit besonderem Gefährdungspotenzial wie Keno – nicht mehr möglich.
Im Allgemeinen kann die Spielsperre in Spielbanken und Annahmestellen durch den Betroffenen selbst in Form einer Eigensperre, aber auch durch dritte Personen (z.B. von Familienangehörigen oder Spielbankmitarbeitern) vor dem Hintergrund sachlich begründeter und überprüfbarer Anhaltspunkte in Form einer Fremdsperre initiiert werden.
Standardformulare zur Spielsperre finden sich in den entsprechenden Spielstätten – in Lottoannahmestellen, in Spielbanken sowie hier im Internet:

Downloadmöglichkeiten bei „Westdeutsche Spielbanken“

(B) Spielsperre in Spielhallen im Bundesland Bremen

Im Bundesland Bremen wird gesperrten Spielern seit 2011 der Zugang zum Spiel in den Spielhallen ihrer Wahl (z.B. Stammspielotheken in der Nähe des Wohnortes) verwehrt.
Die Betreiberin oder der Betreiber einer Spielhalle ist verpflichtet, eine Spielersperrliste zu führen, die Identität sämtlicher Spielerinnen und Spieler vor Spielbeginn anhand eines amtlichen Ausweises mit der Spielersperrliste abzugleichen und Personen, die eine Aufnahme in die Liste verlangen (freiwillige Selbstsperre), während des vereinbarten Zeitraums vom Spiel auszuschließen.

Ein Formular, mit dem Sie eine Spielsperre in einer Spielhalle im Bundesland Bremen einrichten können, sowie eine Erläuterung der Vorgehensweise finden Sie hier: Formular Spielsperre

Kommt der Spielhallenbetreiber seiner Verpflichtung nicht oder nicht vollständig nach, eine Spielersperrliste zu führen und freiwillig gesperrte Spielerinnen und Spieler vom Spiel auszuschließen, begeht er eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 50 000 Euro und Einzug des Spielumsatzes geahndet werden kann.

Unter folgendem Link steht ein Formular zum Herunterladen bereit, das Sie bei Beschwerden über Pflichtverstöße einzelner Spielhallen direkt an das Stadtamt schicken können: Beschwerde über Spielhallen

Weitere Empfehlungen
Aus der Perspektive des Spielerschutzes verkörpert diese formalisierte Art der Zugangsbeschränkung vor allem bei spielsuchtgefährdeten Personen eine grundsätzlich zu begrüßende Handlungsstrategie. So kann die Spielsperre durchaus als eine unterstützende Hilfe auf dem Weg zur Verhaltensänderung verstanden werden. Zu beachten ist allerdings, dass die Spielsperre für sich genommen keinen Ersatz für weiterführende Handlungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Inanspruchnahme einer Suchtberatung, darstellt.

Auch bedeutet die Spielsperre nicht zwangsläufig eine Beendigung des Spielverhaltens, da ihre Reichweite bestimmte Glücksspielangebote, wie etwa Glücksspiele im Internet oder Spielbanken im Ausland, gar nicht umfasst. Personen, die eine Sperrverfügung veranlassen, wird daher empfohlen, diesen Schritt nicht als „alleinigen Problemlöser“ oder „Allheilmittel“ anzusehen, sondern darüber hinaus ergänzende Hilfeangebote wahrzunehmen.

Für weitere Informationen rund um den Themenkomplex „Spielsperre“ steht Ihnen die Bremer Fachstelle Glücksspielsucht gerne zur Verfügung.